Teil eines Werkes 
4. Th., 2. Bdchn (1831)
Entstehung
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chiſchen Vorſtadt Konſtantinopel Fanal kommen, ihre Wohnſitze. Es ſind reiche Familien, welche die Pforte mit Dragoman's(Dolmetſchern) verſeben, und die Pflanzſchule der Fürſten aus der Moldau und Wallachey ſind. Vom Meeres⸗ufer fuͤhrt ein Weg die Spazierenden nach Bujukdereh. Noch haben wir Tarapia zur Linken. Die aſiatiſchen und euro⸗ paͤiſchen Geſtade ſcheinen in der Ferne zuſammen zu laufen. Weiter links erblicken wir den Golf und die Bucht von Bujukdereh. Der Kanal iſt ſehr un⸗ gleich breit, windet und kruͤmmt ſich beſtaͤndig, waͤb⸗ rend die Ufer ungleich mit Haͤuſern beſetzt ſind, und bald mit Huͤgeln und bald mit Thaͤlern abwechſeln, welche beſonders an dieſer Stelle durch die Bergketten im Hintergrunde ſehr unſcheinbar gemacht werden. Der hoͤchſte derſelben auf ſeinem Gipfel mit einem Grabmale von außerordentlſcher Groͤße heißt Rieſen⸗ berg. Es ſoll nach der Meinung der Tuͤrken einen Rieſen bergen, deſſen geheiligten Reliquien Wunder wirken. Nach orientaliſchen urkunden iſt dieſer Rieſe Aaron, Moſes Bruder. Am Fuße liegt ein ſchoͤnes Landgut, SchelleduGrand⸗Seigneur, merkwuͤr⸗ dig wegen einer langen Bruͤcke. Hier pflegt der Groß⸗ berr oft die reizende Gegend zu genießen. Am weſtli⸗ chen Ende des daneben liegenden Dorfes iſt ein grůͤ⸗ nes Thal mit einer dichten Platanen⸗Laube in der Mitte bei einem Brunnen der ehemalige Lagerungs⸗Plas der Kreuzfahrer unter Gottfried von Vouillon,