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Zwei feſte Schloͤſſer, wel ke ſich in romantiſcher
Kuͤhnheit den Blicken darbieten, eines in Europa? Numely Hiſſar; eines in Aſien: Anatoly Hiſſar, erheben ſich auf Vorgebirgen, und ſchei⸗ nen gleichſam den Eingang in einen zweiten Kanal zu bewachen. Sie haben die Beſtimmung, den Zugang zu Konſtantinopel vom ſchwatzen Meere zu beherr⸗ ſchen. Gegen die Meeres⸗Seite ſind ſie ſtark mit Ka⸗ nonen bepflanit, dafuͤr erſcheint der Ruͤcken deſto wehr⸗ loſer. Wir fuhren durch dieſe, und wurden durch den Anblick der Stadt Stenia, welche einem Golfe den Namen gibt, der voll von Schiffen aller Na⸗ tionen iſt, uͤberraſcht. Unweit davon iſt in Europa Jenikoͤi; gegenuͤber in Aſien befinden ſich die Rui⸗ nen der ehemaligen Gaͤrten der Sultaninnen, mit einem Koͤſchk vom Sultan Soleiman erbaut. Das Dorf Beikas vor demſelben, nahe am Kanale, hat viele Anmuth, noch mehr aber Kunkiar Jskeleſſi, ein Dorf in Tempes Thal.
Wir ſchieken uns nun an, die Felſen ⸗„Gebirge, welche ſich am europaͤiſchen Geſtade brechen, zu um⸗ ſchiffen, um bald in Bujukdereh zu ſeyn. In einer maleriſchen Gegend erblicken wir Tarapia, einſt Pharmakia, wo die beruͤchtigte Medea ihre Zauber⸗Kraͤuter pfüͤckte. Der heftige Meeres⸗Strom erſchwert im Golf der Griechenßadt das Landen gar ſebr. Hier, wie in den Doͤrfern, von Stenia an⸗ gefangen, haben viele Griechen, welche aus der grie⸗


