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in einer Entfernung von 3 Stunden gegen die aſia⸗ tiſche Küſte ſuͤdwaͤrts von Kadi⸗Koi, dem alten Chalcedon, ſich erheben. Am Eingange des Kanals, im Angeſichte ven Seutari, ſteht der faͤlſchlich ſo⸗ genannte Leanders⸗Thurm, welchen die Tuͤrken Kiskula(Jungfer⸗Thurm) nennen. Ehemals ein Gefaͤngniß, dient er jetzt den Serfabtern zum Leucht⸗ Thurme.
Wir ſchifften von da durch die erihmte enge zwiſchen Natolien und Romanien nach Budjukdereh. Wir mußten dem Strome entgegen fahren, welcher aus dem ſchwarzen Meere, beſonders an der aſiatiſchen Kuͤſte, ſo ſtark hervorbricht, daß man deutlich den Fluß ſehen kann. Da erhebt ſich Fondukli mit einem Schloſſe, welches Huſſein Aga, Mohammeds IV. Vezier, dicht am ufer er⸗ baute. Weiter hinauf bluͤhet Dolma Bagtſche; dann ziehen wir an dem Serai von Beſchiktaſch vorbei. Nebenbei zieht ſich das Dorf gleiches Namens bin, wo die Aſche des heiligen Hadſchii Bakta's ruht, welcher den Janitſcharen bei ihrer Erſchlafung den Segen gab, und ſie mit einem Aermel ſeines Filz⸗ rockes begluͤckte, deſſen Abglanz gegenwaͤrtig ihre Muͤtzen ſind. An Beſchiktaſch ſoͤßt der an⸗ muthige Ort Orta Koͤiz gegenuͤber an der aſiati⸗ ſchen Kuͤſte liegt Stavros, dem das vergoldete
Kreus auf der von Konſtantin erbauten Kinche den Ramen gab.


