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ber Koparan, deſto hoͤher thuͤrmten ſich die Berge. Wir hatten durch einen vier Stunden langen Wald zu reiten, dem Aufenthalte vieler Adler, deren Keile zu Pfeilen gebraucht werden. Seit 6 Stunden ſahen wir kein Dorf; endlich lagerten wir uns bei einer ſchattigen Quelle, waͤhrend deſſen die Pferde graſeten. Hierauf ließen wir den Flecken Karinabad mit einem Schloſſe auf der Straſſe nach Adrianopel rechts liegen, und verfolgten durch Nadir Derbend den Weg nach Aidos, welches wir auch um 3 Uhr erreichten. Hier toͤnten uns wieder von allen Seiten
Segenswuͤnſche zu. Mein Reiſegefaͤhrte, welcher hin⸗ ter uns etwas zuruͤck blieb, wurde von der tuͤrkiſchen Jugend verſpottet, und da er drohte, ſo mit Kotb zerworfen, daß er wie ein geflecktes Thier ausſah und endlich den Ruͤckzug nehmen mußte.
Aidos(nach Buͤſching das alte Idos), ehemals eine anſehnliche Stadt, iſt jetzt ein großer Marktfle⸗ cken mit warmen Heilbaͤdern, welche im Herbſte ſtark beſucht werden. Suleiman erbaute eine große Kuppel darüber. Im Poſthauſe abgeſtiegen, hatte ich Muſſe genug, einen gravitaͤtiſch daher ſchreitenden Muſelmann genau zu betrachten. Sein Kopf war ſo rein geſchoren, wie unſer Kinn; nur ein kleines Haarbuͤſchel bleibt auf dem Scheitel ſtehen, den ein rothes Muͤtzchen von Wolle deckt. Daruber wird der Turban geſetzt. Die Emirs, angebliche Abköͤmmlinge Mabommeds, tragen ihn urſpruͤnglich gruͤn. Ibre


