116
Driente beruͤhmte Stadt, in einer angenehmen und fruchtbaren Gegend. Die Anzahl ihrer Haͤuſer gibt man auf 3— 4000 an. Sie ſoll eine Feſtung vorſtellen. Die meiſten tuͤrkiſchen Feſtungen beſtehen in alten thurmfoͤrmigen Kaſtellen auf Anhoͤhen mit hohen Mauern, und ihre Ausbeſſerung wird wenig beſorgt. Geſehen zu werden verdient hier das praͤchtige Grab⸗ mal des um das osmaniſche Reich ſo hochverdienten Großvezier Geſfairli Haſſan Paſcha. Alle Haͤu⸗ ſer, die oͤfſentlichen Gebaͤude ausgenommen, ſind aus Holz gezimmert; ihre Waͤnde bekommen duſch die große Hitze Riſſe und haben ein baufalliges Aus⸗ ſehen. Bei vielen ſah ich keine Fenſter, ſondern blos Gitter. Bei ſtarkem Regen werden in den Zimmern Schaffeln ausgeſtellt, welche das eindringende Waſſer auffangen. Kamine findet man ſelten, Defen ſind nicht gebraͤuchlich. Meißens werden Mangals (Kohlpfannen) in die Mitte des Zimmers geſtellt. In dem Harem iü der Tandur(Feuerherd) Mode, welcher in einem rechten Winkel an das Sopha geſtellt wird, und zugleich Tiſch⸗ und Loiletten⸗Dienſte
verſieht. Er iſt ein viereckiger, bis auf den Fußboden
bedeckter Tiſch, deſſen unterſter Boden ein irdenes oder kupfernes Kohlenbecken mit heißer Aſche gefullt, verbirgt. In einem hinlaͤnglichen Abſtande iſt um die Scke des Siſches eine gepolſterte Bank geführt, welche die Wärme⸗Kandidaten einnehmen, um ihre Fuͤhe unter die Decke zu legen. Dieſe zuruckgehaltene Waͤr⸗


