114 ken, ohne ſich um ihre Nachbarn zu bekuͤmmerm. Wir ließen uns dann ein Eſſen bereiten. Der Wirth mit einigen ſeiner Gaͤſte und die Janitſcharen waren meine Tiſchgenoſſen. Da war aber an keinen Leller⸗ an kein Beſteck zu denken. Die tuͤrkiſche Art zu ſpei⸗ ſem, und das Sitzen mit untergeſchlagenen Beinen behagte mir uichtz ich legte mich wie ein Roͤmer hin, und ſchmauſte wie ich konnte. Der Herr des Häuſes machte die Honneurs, indem er ſich ſelbſt zuerſt vor⸗ legte und trank, ohne ſich weiter um die uͤbrige Ge⸗ ſellſchaft zu bekuͤmmern, welche ihm Geſundheit wuͤnſchte, wenn er den Becher geleert hatte. Die übriggebliebenen Speiſen wurden unter die Armen vertheilt. Vor und nach dem Eſſen goß uns ein Auf⸗ waͤrter Waſſer auf die Haͤnde und kehrte die Stelle aus, wo wir gegeſſen hatten. Mein Wesweiſer leerte den von mir ausgeſchlagenen Wein auf einem Buge. Legt der Tuͤrke einmal die Religionsſerupel weg, ſo betrinkt er ſich vollkommen und wird dann aͤußerſt laͤrmend, aufruͤhreriſch und ſehr gefaͤhrlich⸗ weil er nicht leicht unbewaffnet iſt. Er traͤgt entwe⸗ der ein langes Meſſer, oder Piſtolen, oder beides zu⸗ gleich, reichlich mit Silber beſchlagen und ſchͤn grfaßt, in ſeinem Guͤrtelz ſelbſt Kinder haben an ihren Gärteln Meſſer. Nach der Mahlzeit wurde zum zweiten Mal Kaf⸗ fee herumgetragen. Die Pfeife wird ſelten aus dem Mund gelegt, und iß ſo hei den meiſten Geſchaͤftem
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