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Gebaͤnde nach dem Hofraume zu. Hier und unter die⸗ ſen Kolonnaden, wo die Thuͤren zu den Gemaͤchern der Sklavinnen ſind, iſt rings um die Mauer eine Bank, damit die Maͤdchen, wenn ſie vielleicht durch die Hitze der Sonne oder durch Regen aus dem Hofe zu geben genoͤthigt werden ſollten, mit Bequemlichkeit zum Verkaufe ausgeſtellt, und von den Kaͤufern ge⸗ boͤrig beſichtigt und gepruͤft werden koͤnnen. Die Zim⸗ mer hinter den Gaͤngen erhalten ihr Licht durch die Thuͤre und ein kleines Gitterfenſter zur Seite. Bei ſchoͤnem Wetter ſieht man die Sklavinnen in der Mitte des Hofraumes auf Matten ſitzend, mit untergeſchla⸗ genen Beinen.
Den Chriſten und Juden in der Tuͤrkei iſt der Sklavenhandel unterſagt; nur Muſelmaͤnnern wird der Zutritt in den Weiberbaſar geßattet. Europaͤer koͤnnen dieſen ohne einen großherrlichen Firman nicht beſuchen; er wird nur Geſandten und Agenten frem⸗ der Maͤchte ertheilt, wenn ſie im Begriffe ſind, die Hauptſtadt zu verlaſſen.
Wehe dem Fremden, welcher unbekannt mit den Sitten des Drients und den National-Vorurtheilen der Tuͤrken wagen wollte, die Schwelle dieſes ihm verbotenen Quartiers zu uͤbertreten. Den groͤßten Be⸗ leidigungen und Mißhandlungen wuͤrde er ſich aus⸗ ſetzen, und ſelbſt ſein Leben dabei in Gefahr kommen⸗
Konſtantinopel iſt der Hauptſtapelplatz fuͤr den Handel mit weißen Sklavinnen, wie Kairo fuͤr den


