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dargeſtellt. Ihre Sklaven und jene, welche der neue Gemahl verehrt hat, gehen vor ihr her. Sie ſelbſt reitet unter einem praͤchtigen verdeckten Baldachin, umgeben von ihren Verſchnittenen, worauf ihre Wa⸗ gen folgen. Zur Ausſteuer muß der Gemahl wenig⸗ ſtens soo,000 Sultanins(2 Millionen Livres) nebſt einem reichen Schmucke von Sdelſteinen, Perlen und goldenen Bijouterien ſchenken.
Sum Zeichen ihrer Wurde tragen die Sultanin⸗ nen einen mit Brillanten beſetzten, kleinen Dolch Mariar) im Guͤrtel. Selbſt wenn ſie vermaͤhlt ſind, beſuchen ſie zuweilen den Sultan im Serail. Der Gemahl muß ſich in Vielem nach dem Willen einer ſolchen Frau beguemen, und erlaubt es der Sultan, ſo kann ſie ihn verſtoßen und einen andern Mann
nehmen.
Xv. Der Weiber⸗Markt zu Konſtantinopel.
Zu dem Weiber⸗Markt(Avret⸗Baſar) gelangt man, wenn man ſich von dem großen Beſeſtin ößtlich wendet, und die Dsmanen⸗Dſchamie liegen laͤßt, während man das Vezir⸗ haneh und die Vezier⸗haneh⸗ Dſchamie im Suͤden hat. Durch ein Thor fuͤhrt ein ſchmaler Gang zu dem viereckigen Platze, welcher mit den ihn umgebenden Gebaͤnden, den Frauen⸗Baſar ausmacht. Ein viereckiges Gebaͤnde umgibt einen mit Raſenplatzen verſehenen innern Hof auf allen Seiten⸗ Im ganzen Umfange geht ein Saͤulengang vor dem


