Teil eines Werkes 
4. Th., 1. Bdchn (1831)
Entstehung
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benden Mauer bemerkt man auch in der Naͤhe der vor⸗ nehmſten Thorwege zwei anſehnliche Waſſe rbehaͤlter

(Sebil Kanas), um den Durſt der Muſelmänner zu ſtilen. In heißen Tagen ſetzen oft die Waſſerſchenker Sibilſchi) ihre Kruͤge in große, mit Schnee gefuͤllte Gefaͤße, um dann ihre Gabe recht erfriſchend darbrin⸗ gen zu koͤnnen. Die, welche ſich an dem Genuſſe des kuͤhlenden Getraͤnkes gelabt haben, ſprechen dann oft: Rakmet ulla alla men aukaf!(Gott ſchenke ſeine Gnade dem, welcher mir dieſes Gute erzeigt hat).

Der Anblick des Ganzen iſt eindrucksvoll. Die große Kuppel wird von einer außerordentlichen Menge kleinerer umgeben,(man kann mehr als 60 von einem Standpunkt zaͤhlen), auf beiden Scken der Weßſeite ſtreben 2 Minarets empor; jedes derſelben iſt mit 3 Gallerien verziert; auf den Thuͤrmen ſind vergoldete Halbmonde. Die Dome, die ftarken Woͤlbungen und Folonnaden, die vielen gothiſch morgenlaͤndiſchen Fen⸗ ſer, die großen und erhabenen Eingaͤnge gewaͤhren dem Auge ſo viele merkwuͤrdige Ruhepunkte, daß man lange verweilen muß, um der Phantaſte ein voll⸗ ſtaͤndiges Gemaͤlde der Anſicht einzupraͤgen.

Eine Treppe an der Nordſeite der Mauer fuhrt zum Haupteingange in den Vorhof der Dſchamie⸗ Das Eingangsthor zum Vorhofe auf der noͤrdlichen Seite iſt, wie gewoͤhnlich bei den tuͤrkiſcheh Gottes⸗ haͤnſern, mit Ketten in der Mitte behangen.

An der Vorhof⸗Mauer ſind mehrere Springbrun⸗