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nen zu den verordneten Waſchungen der Muſelmaͤnner beſtimmt.
Inwendig iſt die Dſchamie an vielen Drten mit ſchoͤner Fayance uͤberzogen. Die vielen praͤchtigen Saͤulen aus Marmor mit Knaͤufen nach tuͤrkiſcher Art, von welchen ein großer Theil von den trojaniſchen Ruinen genommen ſeyn ſoll, die zierlichen Gallerien, Gelaͤnder und Baluſtraden, die zahlloſen Lampen, die Kugeln von Elfenbein, und die groͤßern von Kryſtall, die, wenn ſie waͤhrend des Gebetes erleuchtet werden, Allem ein feenartiges Anſehen geben; die Tribunen und Sitze für den Mufti, fuͤr den Sultan,— alles feſſelt Sinne und Einbildungskraft. Die freie Kolon⸗ nade, vorn an der Dſchamie mit Kuppeln beſteht aus Saͤulen von weißem, bisweilen auch grauem Marmor.
Da dieſe Dſchamie dem Serail gegenuͤber ſteht, und zwar an einem Orte, welcher ſchon wegen ſeiner Lage und Umgebungen immer mit Menſchen angefullt iſt, und im Angeſichte des ganzen Hafens und ſeiner ufer liegt; ſo wird ſie bei oͤffentlichen Freudentagen Volks⸗ und Hoffeſten allen andern vorgezogen. Wurde shemals eine Stadt erobert, oder ein Sieg erfoch⸗ ten, ſo erblickte man hier die glaͤnzendſte Illumination; ſind Aufruͤhter bezwungen, oder hat ſich ein gluͤckli⸗ ches Ereigniß im Serail zugetragen, oder iß irgend ein Jahres⸗Feſt, ſo erſcheint die Sultane⸗Valideh⸗ Dſchamie zuerſt in praͤchtiger Erleuchtung.
Auf der Suͤdſeite der Dſchamie ſebt ein Zypreſſen⸗


