Teil eines Werkes 
4. Th., 1. Bdchn (1831)
Entstehung
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ſtinian, Beliſar, verfolgt⸗ verkannt, und in Blindheit und Armuth ſein Leben beſchloſſen haben. Nicht weit von Burgas liegt ein tuͤrkiſches Dorf. Von Burgas gelangten wir in einen ſchoͤnen Eichen⸗Wald, in welchem man eine Menge rundum⸗ mauerter Deffnungen ſieht, welche bis auf die in der Erde liegenden Waſſer Roͤhren herabgehen, und ka⸗ men einem großen, aus Quadern erbauten Waſſer⸗ Behaͤlter vorbei, wo das Waſſer ſtark rauſchend aus einer weiten Roͤhre herabſtuͤrzt, und ſich von hier in

mehrere andere Roͤhren vertheilt. Ein verfallener

Kiosk war uͤber dieſem Baſſin erbaut, und lag anmu⸗ thig unter ſchattigen Baͤumen uͤber dem toſenden Waſ⸗ ſerſturz verſteckt. Man ſieht noch einen andern groſ⸗ ſen Waſſer⸗Behaͤlter, der ſehr breit, und einem Fluſſe gleich ſich zwiſchen den Eichen hinzieht. Auf einer Stelle ſtuͤrzt ſich das Waſſer mit Geraͤuſch in die Tiefe, und bildet einen ſchoͤnen Fall. Von hier führt eine lange Bruͤcke auf ein großes, angenehm gelegenes Sommerhaus; von hier erhalten die meiſten Leitungen ihr Waſſer.

Nach zwei Stunden erblickten wir das ſchoͤne Dorf Belgrad; es liegt in einem reitzenden Walde, welchen mehrere Baͤche klaren Waſſers kuͤhlen. Das Klima iſt faſt das ganze Jahr mild; die Gegend von Belgrad enthaͤlt viele Haine und ſchoͤne Waldſcenen. Das von der Lady Maria Wortley Montague ſo geprieſene Belsrad iſt zwar nicht das Paradies