Teil eines Werkes 
4. Th., 1. Bdchn (1831)
Entstehung
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Pera und Bujuckdereb verünſchen ihn darum noch jetzt.

Die Armenierinnen leben hier, wie überall, eingezogen, und zeigen ſich auf den Straßen nur ver⸗ ſchleiert. Die Griechinnen ſind eben ſo zwanglos, wie zu Konſtantinopel, und tragen viel dazu bei, die Monotonie der hieſigen Geſellſchaften ertraͤglich zu machen. Zu wuͤnſchen waͤre es, daß ſie mit ihrer gewoͤhnlich ſehr artigen Figur und naturlichen Luſtig⸗ keit, einen gebildeteren Geiſt und ein zaͤrtlicheres Herz verbaͤnden, und weniger Habſucht fuͤr das Geld und Geſchmack an Frivolitaͤten offenbarten. Die Euro⸗ paͤerinnen fuͤhren uͤbrigens ein eben ſo freies Leben, wie zu Pera.

Da die Mehrzahl immer aus Griechen beſieht. ſp ſind auch die Auftritte griechiſcher Gewohnheiten die vaͤufigſten. Taufen, Hochzeiten, Begraͤbniſſe werden mit den gewoͤhnlichen Ceremonien gefeiert. Waͤhrend ein Grieche ſich um ein Frauenzimmer bewirbt, bringt er als Liebhaber entweder in der Fronte ihres Hauſes⸗ oder vom Waſſer her Serenaden. Dieſe der Liebe ge⸗ weihten Serenaden ſind in Bujuckdereh ſo haͤufig, daß ſie die Einwohner beſtaͤndig in ihrem Schlafe un⸗ terbrechen. Wer eine feurige Einbildungskraft hat⸗ ſchreibt ein reiſender Englaͤnder, muß glauben, der Gott der Liebe habe an dieſem DOrte wegen der bezau⸗ bernden Schoͤnheit und Annehmlichkeit deſſelben ſei⸗ nen Wobnſitz aufgeſchlagen⸗