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tan. Nach dieſem großen Zeremoniel werden eine Menge Zobel⸗ und Hemelin⸗Pelze, Brokat⸗Klei⸗ der und Kaftane unter die Diener der hohen Pforte vertheilt.
Unmittelbar darauf erfolgt der feierliche und pracht⸗ volle Zug des Kaiſers nach der Achmeds⸗Dſchamie.
VIII. Zuſtand der Muſik unter den Luͤrken.
Der Prophet Arabiens unterſagt den Geſang nebſt allen muſikaliſchen Inſtrumenten ſeinen Anhaͤn⸗ gern mit der groͤßten Strenge:„Die Muſik hoͤren, iſt ſuͤndigen gegen das Geſetz; ſie ſelbſt ſpielen, iſt Sünde gegen die Religion; Vergnuͤgen daran ſinden, Sünde gegen den Glauben, und macht Jeden des Verbrechens des Unglaubens ſchuldig.“
Obwohl es uͤberall Muſiker in den Staͤdten der Levante gibt, ſo ſpielen die Tuͤrken, welche kein Gewerbe mit dieſer Kunſt treiben, faſt nie ſelbſt ein Inſtrument. Gibt ſich hie und da einer mit Muſik ab, ſo ſpielt er nie in Geſellſchaft, oder laͤßt andere zuhoͤren, ſondern allezeit im Innern ſeiner Wohnung. Ein Muſelmann wuͤrde ſich entehren, wenn er in Geſellſchaft ſich auf einem Inſtrumente hoͤren ließ.
Die Muſiker in der Luͤrkei, ſie moͤgen nun Luͤr⸗ ken, Araber, Chriſten oder Juden ſeyn, bilden ge⸗
wohnlich Gruppen von 8 bis 10 Perſonen, und fuͤh⸗
ren ihre Konzerte und Symphonien in allen Haͤuſern auf, in welche ſie gerufen werden.


