Teil eines Werkes 
4. Th., 1. Bdchn (1831)
Entstehung
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die Bruſt, hebt beide Haͤnde gegen den Himmel, und verrichtet ein inbruͤnſtiges Gebet fuͤr das Wohl des Reiches, und fuͤr das Gluͤck ſeiner Majeſtaͤt. Der Großherr legt die Hand auf die Schulter des Mufti, und neigt ein wenig das Haupt, als wolle er ihn um⸗ armen. Nach dem Mufti erſcheinen auch die beiden Kadileskine, der Istambol⸗SEffendiſſi, der Nakil⸗ul⸗Eſchraf, die vornehmſten Mollas und Muſeriß, um das Kleid des Padiſchah unter tauſend Segenswuͤnſchen zu kuͤſſen.

Waͤhrend der ganze Hofſtaat mit der groͤßten Pracht ſich in den aͤußerſten Theilen des Serail verſammelt, begibt ſich der Kaiſer nach dem Innern desſelben. Am vierten Thore empfangen ihn die vornehmſten Diener des Harems, und geleiten ihn in den Thron⸗ ſaal. Die Odaliken nebſt den Baſche Kadunen rufen laut:Glucklich moͤgen die Tage des erhabenen Sultan ſeyn. Dann beruͤhren alle den Pelz ihres Herrn ehrfurchtsvoll mit dem Munde. Selbſt die Sultaninnen verfuͤgen ſich in verſchloſſenen Wagen zum Großherrn. Nachdem ſie dem Kaiſer ihren Gluͤckwunſch gebracht haben, Katten ſie ſich unter ein⸗ ander Beſuche ab.

Wenn von da der Sultan in den aͤußern Palaſt geht, uͤberſchuͤtten ihn alle hohe Staats⸗Beamte mit neuen Wuͤnſchen und Huldigungs⸗Bezeugungen. Alle beugen ſich mit einem Knie auf die Erde, und druͤcken ihre Lippen auf den Saum von dem Kleide des Sul⸗