Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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Flammenauge, einer ſanft gebogenen Naſe, einem vollen, wogenden Buſen, und einer zierlichen Haar⸗ ſlechte machen die feurigen Madchen zu wahren Bra⸗ sien. Starr bleibt das Auge auf die teizenden Nym⸗ Lhen geheftet, wenn ſie ſcherzend zur Kirche wan⸗ dern und mit freundlichem Blicke an einem Manne vorübergehen. Die griechiſchen Frauen verlaſſen ſelten ihre Wohnung aus einem andern Grunde, als um dem Gottesdienſte beizuwohnen.

Im Fruͤhjahr 4823 verließ Muͤller die Kuͤſten Moreas, begab ſich nach Syra und Secios, wo die ſchoͤnten Baumgruppen, von unzaͤhligen Land⸗ haͤuſern unterbrochen, die reizenden Ufer beleben, hin⸗ ter welchen ſich hohe Schneeberge majeſtätiſch erheben⸗ Der Anblick dieſer Uer erinnerte unſern Relſeßden an die zauberiſchen Umgebungen von Marſeille. Erotz der ſchrecklichen Verheerungen ſah man hier koch ein Landhaus an dem andern, und ſoweit das Auge an der weiten Kuͤſte hinab reichen konnte, Pracht und Schoͤnheit der Natur. Aber es zeigten ſich auch Brandſtellen und zerftoͤrte Doͤrfer, bei deren Anblick man über die Greuel ſchgudern muß, welche ein Jahr zuvor auf der Inſel veruͤbt wurden! 2

In der Stadt Motilene begab ſich Müller sum öſterreichiſchen Konſul, welcher ihm aber grob begegnete und ihn mit einem Piaſter(20 kr.) unterſtuͤtzte. Auch lief er Gefahr, in dieſer Stadt als

bilhellene entdeckt zu werden, welches ihm ohne weifel das Leben gekoſtet haͤtte, wenn ihn nicht der

öſterreichiſche Konſul aus der Gefahr befreit bätte. Die Griechen in Mytilene ſind mehr ge⸗ druͤckt, als alle andern; ſie tragen ſogar ſklaviſche Auszeichnungen an ihren Kieidern.

Von Mytilene ſieuerte das Schiff den ganzen Tag an der Kuͤſte. Auf der Hoͤhe der Berge ſah man vomantiſche Doͤrfer, und unten ſchon bebauts gruͤne