Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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Uſer von Hrangen, und Blivenwaͤldern unterbrochen. Am nächſten Morgen waren die Reifenden mebr rück⸗ als vorwärts gekommen. Als Müller an das Land ſteigen wollte, um von dem öſterreichiſchen Kon⸗ ſut Brod zu erflehen, verbot ihm diefer das Landen, wenn ihm ſein Leben lieb wäre, denn die Tuͤrken hätten erfahren, daß er(Muͤller) ein Philhel⸗ lene ſey und in Morea gekaͤmpft habe.

Auf der Reiſe nach Smyrna wurde der Man⸗ gel an Lebensmitteln ſehr druͤckend. Muͤller ver⸗ kaufte das Letzte, was er zu verkaufen hatte ſeine Philhellenen Muͤtze fur 4 Piaſter, für welche er ſogleich Brod ankauſte. Er zwei Laibchen und trank viel Regenwaſſer, welches ihm das Fieber zu⸗ zog. Als er etwas Reis zu eſſen verlangtewar der Capitain und das Schiffsvolk ſo unbarmheriig, wäh⸗ rend ſie alle aßen, ihm ſeine Bitte abzuſchlagen. Um ihm nun etwas Warmes zu verſchaffen, kochten ihm ſeine Gefaährten eine Waſſerſuppe, welche ſie mit Schuhſchmiere ſchmalzten. 2

In Smyrna kam Muͤller in das franzoͤſi⸗ ſche Hyſpital. Viele Deutſche von der Legion waren hier verſammelt, betrachteten die Philhel⸗ lenen mit Staunen und reichten ihnen bruͤderlich die Haͤnde. Die Weiber des Hauſes weinten bei de⸗ ren Anblick. Als er wieder dergeſiellt war, bot er verſchiedenen Kaufleuten und Konſuln ſeine Dienſte au, wurde aber abgewieſen. Endlich trat er in den Dienſt eines holländiſchen Krämers, bei welchen er Sklavendienſe verrichten mußte. Kaum war er 1 ½ Tage im Dtenſte, ſo horte er die erfreuliche Nach⸗ richt, daß der öſterreichiſche Konſul alle Deu⸗ in in Schutz nehme und nach und nach einſchit⸗ en laſſen wolle. Der Gefandtſchafts⸗Sekretär, Herr Balduini nahm die unglücktichen Deurſchen in ſein Haus auf und lorgte für ihre Rettung.