Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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ſchoͤne Thal. Suͤdlich erſtreckten ſich die hohen Ge⸗ birge Lakoniens weit in das Meer; im Hintergrunde ragten Vorgebirge und kleine Inſeln aus dem ſilber⸗ klaren Meere hervor.

An Agamemnon, Diomedes, Menelaus und andere griechiſche Helden ſich erinnernd ver⸗ doppelte Muͤller ſeine Schritte, um das beruͤhmte Thal zu erreichen. Muͤhſam ging es den hohen Berg herab, der Weg wurde immer ſteiler, die Hitze druͤ⸗ kender, der Durſt groͤßer, ſo daß er glaubte vor Ma⸗ tigkeit vergehen zu muͤßen, ehe er das laͤngſt erſehnte Mulino erreichen konnte.

Mehrere zerfallene und 6 6 ganze Hauſer am Meere bilden Mulino, welches Napoli gegenuͤber liegt. Einige Kanonenſchuͤße auf griechiſchen Bar⸗ ken im Meere verkuͤndeten den Trotz der Belagerten. An der Wand eines Hauſes hingen Luͤrkenkoͤpfe, welche mit Zweigen durch die Ohren an einander gereiht und ſcheußlich zerhauen waren. Die kahlen abraſirten Koͤpfe machten den Anblick noch graͤulicher. Alle Wunden und Deffnungen waren ſchwarz und mit Muͤcken beſetzt. Die Griechen ſanden lachend und kalt bei dieſer ſchauderhaften Szene, mibßhandelten die Koͤpfe und ſpuckten ſie an. Von den Tuͤrken lernten die Grie⸗ chen auch Gefuͤhlloſigkeit; ſie halten es fuͤr ein religioͤſes Verdienſt, recht viele Tuͤrken zu ermorden⸗

Dem, an einer reizenden Kuͤſte ſich befindlichen, Mulino liegt gegenuͤbet die befeſtigte Stadt Napolt