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tuͤrkiſches Haus in Beſiz nehmen und als ſein Eigen⸗ thum betrachten koͤnne, wodurch zugleich ſie Buͤrger der Stadt werden wuͤrden. Dieſes Verſprechen wurde auch gehalten.
Das waͤrmere Klima und die verſchiedene Lebens⸗ art verurſachten bei mehrern Philhellenen Krank⸗ heiten. Bei ſeiner Abreiſe von Tripolizza ließ Muͤller ſein Gebaͤck zuruͤch und nahm geruͤhrt von ſeinem kranken Freunde Duntze Abſchied. Ein be⸗ ſchwerlicher Weg uͤber Verge fuͤhrte unſern Kaͤmpfer. Auf dem hoͤchſten Gipfel eines Verges erblickte er das Meer des großen Golfs von Argos. Man muß beinahe eine Stunde auf dem hohen Bergruͤcken fort⸗
ziehen, bis man Napoli Argos und die ſchoͤne
große Ebene vor ſich liegen ſieht. Der Anblick dieſer Gegend iſt ſelten und maleriſch. Die Berge ragen vom Meere zu einer Hoͤhe empor, welche man beinahe mit jener des Spluͤgen vom Como⸗See verglei⸗ chen kann. Tief unten lag klein und in aufſteigende Rauchwolken gehuͤllt, hinter dem Felſen des jenſeitigen
ufers verſteckt, die feſte Stadt, deren Haͤuſer man
kaum von einander unterſcheiden konnte. Auf dem Felſen erhob ſich, wie kleines Gemaͤuer, die ſtolze
Feſie Palamydi. Das uͤber eine Stunde breite Meer
des Golfes und die Landhaͤuſer und Baumgruppen gaben nur einen ſchwachen Schimmer. Noͤrdlich zog ſich das freundliche Argos am Fuße der Gebirge hin. Eine rauhe, traurige hohe Felſenkette umſchloß das


