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geben ſie ihnen eine Raben⸗Schwaͤrze, und durch⸗ flechten ſie mit Perlen, Goldfaͤden„ goldenen und klbernen Muͤnzen. Selbſt Maͤdchen aus der hiheren Klaſſe tragen oͤfters auf dem Scheitel ein rundes mit dergleichen Zierathen bedecktes Stuckchen rothes Luch. Der volle Putz einer Griechin iſt noch geſchmakloſer und unnatuͤrlicher. Den Alt⸗Griechinnen naͤhem ſich die neueren auch darin, daß ſie ſehr reichlich Schminke anwenden. Sie faͤrben und verdſcken ihre Augenbrau⸗
nen und verbinden ſie oft mit einander. Sie ſchwaͤr⸗
zen ihre Augenwimpern, und faͤrben die Ragel blaß⸗ roth. Bei Hochzeiten und andern Feierlichkeiten werden dieſe Verzierungen noch verſchwenderiſcher und geſchmackloſer angebracht; eine griechiſche Braut wird mit einer ſo gekuͤnſelten Pracht geſchmuͤckt, daß das Auge beleidiget wird. Eben ſo geſchmackwidrig ſind auch die Begleiterinnen geputzt, und haben unter jedem Auge ein rundes Stuͤckchen Goldblatt. Der übrige Anzug einer Griechin beßteht vorzuglich in einem ſeide⸗ nen Schlepp⸗Kleide, einem reichgeſtickten Leibchen, wetten mouſelinen Bein⸗Fleidern und buntfaͤrbigen Struͤmpfen und Schuhen. In den kalten Monaten bedienen ſie ſich eines atlaſſenen Pelz⸗Rockes; den Faltenwurf ihres praͤchtigen Schleiers wiſſen ſie mit beſonderer Grazie zu ordnen, und ihr auf den Huͤften teſt anliegender, vorn etwas geſenkter Guͤrtel, wird durch mafſive ſlberne Hefte befeſtiget. Die Griechen zchnen üch jedoch im Geſichte und in der Geſtalt vor den


