Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

279

Eifer in der Ausubung ihrer Kunſt, und ſie ſtehen ihren Berufsgenoſſen im ſudlichen Europa nur in der Wund⸗Arzneikunſt nach. Selbſt der herabgewuͤrdigte politiſche Zuſtand der Griechen hat eine gewiſſe Titel⸗ ſucht nicht unterdruͤcken koͤnnen, welche ſich durch alle Staͤrde verbreitet. Nur der Prieſterſtand wird durch geringe Beſoldung und die daraus entſtehende Folge, daß nar die gemeinſten Menſchen ſich demſelben wid⸗ men, von der noͤthigen Bildung ausgeſchloſſen. Die Kleidung der Griechen in Jvannina und deſſen umgebong iſt faſt, wie im ganzen Griechenland. Die Maͤnner bedecken ihren Kopf mit einer weißen Filz⸗ Kappe orne Band, haben kurze gelb lederne Stiefel⸗ und kleiden ſich in den mannigfaltigſten Farben, wie die Tuͤrken, unter welchen die gruͤne Farbe den Emirs oder unmittelbaren Nachkommen Mahumets allein zuſteht. Deſto mehr Putz haben die Frauen daſelbſt vor andern Griechinnen. Obgleich ſie in der Ordnung ihrer Haare, in dem Guͤrtel und Schleier an die alterthuͤmlichen Statuen erinnern, ſo haben ſie doch viel ſteifere und reichverzierte Kleider. Den Haaren ſchenken ſie eine beſondere Aufmerkſamkeit; faͤrbten ſie die ſelben nicht kuͤnſtlich mittelſt eines vegetabiliſchen Pulvers aus Afrika, in der Farbe des Mahagony⸗ Holzes; ſo wurde in den Flechten, Ringeln und locker umherflatternden Maſſen von Haaten ſehr viel Grazie ſeyn. Schon vom ꝛ0. Jahre faͤrben die Maͤdchen ihre Haare auf dieſe rothliche Weiſe; bei der Verehelichung