Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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tet werden, dienen den hoͤhern Klaſſen; die Hausflur den untern zum Ruheplatze. Beide Geſchlechter ent kleiden ſich Nachts ſehr wenig; die niedere Klaſſe gar nicht, und ihr Nachtlager beſteht nur in einem gro⸗ ben wollenen Mantel. Die Verbindung der Zimmer durch offene Gallerien macht die griechiſchen Haͤuſer des Winters ſehr kalt; die Vornehmeren erwaͤrmen ſich blos an einem mit Kohlen gefuͤllten Becken.

Bei Beſuchen maͤnnlicher Verwandten und Freun⸗ den begruͤßt man ſich wechſelfeitig, indem man die rechte Hand auf das Herz legt. Der Ankommende nimmt Platz auf einem Lager; eine Taſſe Kaßfee, eine Tabacks⸗Pfeife und etwas Gebackenes iſt die ganie Vewirthung. Der tuͤrkiſche Taback iſt jedoch nicht ſo ſchmackhaft, als der amerikaniſche. Jeder gebildete Grieche ſpricht gern bis zum Ueberdruſſe der Fremden von der Undankbarkeit des eiviliſirten Europa gegen ſein Vaterland. Denn unter den Griechen herrſcht, ungeachtet ihrer pelitiſchen Herabwuͤrdigung, eine große nationelle Eitelkeit, welche zum Dheile auf ihre Vorfahren, zum Dheile auf das Gefuͤhl ihrer eigenen Talente, Thaͤtigkeit und Geiſtes⸗neberlegenheit uͤber die ſie umgebenden Tuͤrken gegruͤndet iſt. Der Ehr⸗

geiz, ſich aufgeklaͤrt und vorurtheilsfrei zu zeigen, it

unter ihnen allgemein. Deßwegen ſpielen manche neusriechiſche Gelehrte ſehr vornehme Seeptiker. Im Ganzen verdienen die griechiſchen Aerzte die Achtung, welche ihnen gezollt wird, durch Kenntniſſe, wie durch