Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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ſchwerlich. In der Vertraulichkeit zwiſchen der Die⸗ nerin und Gebieterin erkennt man jene alte griechiſche Sitte, welche die Dramatiker der Vorzeit ſchildern. Die Amme iſt die erſte Perſon des Haufes, und wird von der ganzen Familie auf das hoͤchſte geehrt. In den ſchattigen Galerien des Hauſes ſieht man die Griechinnen, in Begleitung einiger Dienerinnen ſeidene Schnuͤre flechtend, auf und nieder wandeln. Ihre

Bewegungen ſind traͤge, und zeigen einen ſchleppenden

Gang, welcher durch ihre locker uͤber die Fuͤße gezoge⸗ nen Pantoffel verurſacht wird. In ihren Zimmerm ruhen ſie mit abgelegten Pantoffeln auf ihrem Läger, umfloſſen von dem weiten und reichen Faltenwurfe ihrer Gewaͤnder, manchmal mit Stickerei und aͤhnli⸗ chen Arbeiten beſchaͤftigt; hier empfangen ſie die er⸗ laubten Beſuche, waͤhrend der Mann auf einem andern Lager mit ſeinen Freunden Taback raucht.

Im Erdgeſchoſſe wohnt nur die niedere Volks⸗

Klaſſe; im erſten Stockwerke die Familie des Hauſes,

auf 4 5 Zimmern, deren ganze Zierde in Gemaͤlden, Waͤnden, Fußdecken, Spiegeln und Divans beßeht. Die Fenſter bieten ſelten einige Ausſicht dar; ein Lager oder niedriger Divan zieht ſich auf 3 Seiten an den Waͤnden umher, und macht den Gebrauch der Stuͤhle und Ciſche ganz entbehrlich. Schlafzimmer ſind in den griechiſchen Wohnungen ſo ungewoͤhnlich⸗ als in denen der Luͤrken; die Sophas, uͤber welche vor dem Schlafen baumwollene Betttuͤcher ausgebrei⸗

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