lich nur ihre Zimmer und Gallerien, um dem Gottes⸗ dienſte betzuwohnen, oder um die warmen Baͤder zu beſuchen. Unter orthodoren Familien wird ſelbſt der Braut nicht geſtattet, ſich vor dem Augenblicke der Heirath dem Braͤutigam ſehen zu laſſen. Da die Reife der Maͤdchen fruͤher, als im uͤbrigen Europa eintritt; da ſie im 10 oder 41 Jahre verlobt, und im a3 oder 14 ſchon varheirathet werden, ſo iſt jede Art von Er⸗ ziehung faſt unmoglich. Ihre unterhaltung iſt zwar gewohnlich lebhaft, aber ohne alle Mannigfaltigkeit; ſie leſen wenig, und haͤngen an vielen aberglaͤnbiſchen und vorurtheilsvollen Gebraͤuchen. In allen ihren Be⸗ wegungen haben ſie ein langſames ſchmachtendes Weſen, und ſelbſt in ihren gewoͤhnlichen Beſchaͤfti⸗ gungen tragen ſie eine Unluſt und Traͤgheit zur Schau. Dagegen iſt ihnen eine bewunderungswuͤrdige Sanft⸗ muth in ihrem ganzen Weſen nicht abzuſprechen, und ihre in Form und Pracht des Drientaliſchen ſich naͤ⸗ hernde Kleidung bezaubert die Einbildungskraft. Es gibt Frauen der hoͤheren Klaſſen, welche ſich in den meiſten Zirkeln SCurspa's mit Anſtand zeigen koͤnn⸗ ten, obgleich ihre Theilnahme negativ iſt. Die Grie⸗ chinnen machen ſich nicht wechſelſeitig Beſuche. Freun⸗ dinnen ſehen einander nur in Baͤdern, weßwegen ſie laͤnger verweilen, als ibrer Geſundheit und Schoͤnheit zutraͤglich iſt. Zwar leiten ſie ihre Haushaltung; allein bei dem zahlreichen Geſinde und bei der einfachen Lriechiſchen Lebensweiſe, iſt das Geſchaͤft nicht be⸗
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