Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1830)
Entstehung
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meiſten Einwohnern des ſüdlichen Europa ſehr vortheilhaft aus; ihr kraſtvoller Körper, in voller Aehnlichkeit mit den altgriechiſchen Statuen, iſt ſelten anderswo zu treſſen. Sehr auffallend iſt die phyſiſche und moraliſche Verſchiedenheit der Tuͤrken, welche unter ihnen wohnen, und kann ohne alle Vermiſchung mit ihren Nachbarn bleiben.

Zu Jvannina wird das beſte Neu⸗ Griechiſche geſprochen. Es verhaͤlt ſich zu dem Alt⸗ Griechiſchen, wie das Ftaliſche zu dem Lateiniſchen. Der Aus⸗ laͤnder wird jedoch die Neu⸗Griechiſchen Schriftſteller leicht verſtehen, weil die Schrift⸗Sprache ſich immer mehr dem Alt⸗Griechiſchen naͤhert, und mehrere Schriftſteller ſich ſehr bemuͤhten, dieſes Ziel zu errei⸗ chen. Daß die vaterlaͤndiſche Litteratur, die Liebe zur Freihett, die allſeitige Civiliſation rieſenhafte Fort⸗ ſchritte gemacht hatte, kann keinem aufmerkſamen Beobachter entgehen.

IX. Zu unſerer Reiſe nach Theſſalien lies uns Ali⸗Paſcha einen Tataren von mehr als 45 Jahren, Namens Osmin, an die Seite geben. Er war in ſeiner National⸗Kleidung, hatte eine hohe, ſpitzige gelbe Mutze, den Hals entbloͤßt, ein braunes Oberkleid mit rother Figuren⸗Stickerei, und 23 zum Theil in Silber geſtickte Unterweſten uͤbereinander. Seine breite Scherpe war ein mehrmals um den Leib gelogener Shawl, in welcher zwei große mit Silber