301 welche er mir gezeigt hatte. Man hatte den Schah von dieſem Wunſche unterrichtet. Se. Majeſtaͤt wil⸗ ligte mit den groͤßten Lobeserhebungen für mich, und mit der Artigkeit ein, welche dem perſiſchen Hofe ſo ausgezeichnet eigen iſt.
Am Morgen einer Muſterung, welche in der Zi⸗ tadelle Statt finden ſollte, begab ich mich bei Zeiten dahin, um die Uebungen zu ſehen. In Begleitung Abul Haſſan Khans begab ich mich an den Drt genannter Muſterung, und fand Fußvolk und Reiterei in der verſchiedenartigſten Kleidung. Bei der Ankunft des Schah ſprengten unter Trompeten⸗Schall die Rei⸗ ter vor, und machten ihre gewoͤhnlichen Uebungen. Der Schah ſaß an einem großen offenen Fenſter in einem einfachen Anzuge, in welchem ich ihn malen ſollte. Auf dem Kopfe trug er das landesuͤbliche Kaͤpp⸗ chen, ein ſchwarzes Lammfell, welches ſowohl der Fuͤrß, als der Bauer traͤgt. Sein Kleid war von ſchoͤnem Goldbrocat, mit einem langen Kragen von dunklem Zobel, welcher auf den Schultern herabſiel. Seine Unterkleider beſtanden aus rothen Cashemir⸗Schatls von der reichſten Arbeit. Ein anderer Schawl von dunklern Farben, aber von groͤßerm Werthe ging ihm um den Leib, und hielt einen krummen Dolch, welcher von Diamanten, Rubinen und Smaragden blitzte, und an welchem eine Quaſte von den reichſten Perlen hing, mit welcher er bisweilen ſpielte, wenn er ſich unter⸗ dielt. Hinter ihm lag ein ſehr koſtbares Kiſſen, und


