302
einige Schritte von ihm ſtanden zwei perſiſche Edel⸗ leute; einer trug den koͤniglichen Szepter, der andere das Schild und das Schwert. Dieſe Reichs⸗Inſignien waren dick mit allen Arten von koſtbaren Steinen ge⸗ ziert. Der Ruͤcken des Schildes war ein einziger gan⸗ zer Rubin, welcher vielleicht an Groͤße, Farbe und Vollkommenheit nicht ſeines Gleichen auf der Weit hat.
Als ich die Geſichts-Zuͤge des Schah zeichnete, war ſein Ausſehen außerordentlich bleich. Seine Naſe iſt ſehr gebogen, ſeine Augenbraunen ſind voll, ſchwarz und ſchoͤn gewoͤlbt; ſeine Wimpern von demſelben An⸗ ſehen; ſeine dunklen und ſtrahlenden Augen ſind von der vollkommenſten Geſtalt, und bisweilen voll von einem Feuer, welches ſein ganzes Geſicht belebt, ob⸗ ſchon im Ganzen ihr Ausdruck jener der Mattigkeit iſt. Sein Bart iſt ſo ſchwarz, wie Gagat, dick und lang, und reicht ziemlich weit uͤber das Heft ſeines Dolches herab. Als meine Skiüzze fertig war, uͤber⸗ reichte ich ſie Abul Haſſan Khan, welcher ſie dem Schah auf den Knien übergab. Dieſer erklaͤrte ſich hoͤchſt zufrieden damit. Ehe ich fortging, verſprach ich, von der Skizze eine vollendete Zeichnung fuͤr Se. Ma⸗ jeſtaͤt ſelbſt zu machen. Bald darauf verließ die kleine Geſellſchaft den Palaſt.
a9. Ungefaͤhr s Meilen gegen Suͤd⸗Oſt von De⸗ beran liegen die Ruinen von Rhey, und erſtrecken ſich vom Fuße der ſich kruͤmmenden Berge in der naͤm⸗ lichen Richtung uͤber die Ebene ſchief gegen Suͤd⸗Weſt.


