266
Geſchichte wegen ſeiner wichtigen Paͤſſe und der Kaͤm⸗ pfe iſt, welche die Griechen und Roͤmer mit den ein⸗ heimiſchen Fuͤrſten gefochten haben, um ſie zu be⸗ haupten, ſo hatten doch die alten Geſchichtſchreiber eine ſehr verworrene und unvollkommene Kenntniß von dem Kaukaſus. Hier will ich Einiges von die⸗ ſer ganzen ungeheuren Gebirgswelt mittheilen.
Die zahlreichen Bergketten des Kaukaſus kann man als aus einem unermeßlichen Koͤrper oder aus einer Bergwurzel entſtehend anſehen, welche in einer ſchiefen Richtung uͤber die große Strecke Landes zwiſchen dem ſchwarzen Meere und dem kaspiſchen
See ſtreift. Dieſer Mutterſtamm ſteigt kuͤhn nach
Weſten in der Nachbarſchaft des tuͤrkiſchen Poſtens Anapa empor; hierauf ßreicht er beinahe in der Ge⸗ ſtalt des oͤſtlichen ufers des ſchwarzen Meeres hin⸗ obſchon betraͤchtlich zuruͤck und laͤuft bis zu den Gren⸗ zen des alten Kolchis. Von da wendet er ſich ploͤtz⸗ lich in einer Linie faſt gerade gegen Oſten und zwar auf 300 Werſte weit; hierauf ſtreift er nach Suͤdoſten nimmt die Form des weßlichen ufers des kaſpiſchen See's an und endigt ſich unter den erhabenen Truͤm⸗ mern der Guebern⸗Altaͤre zu Baku. Dieſe Haupt⸗ kette iſt ſtolz auf den Slborus und Kaſibeck, wel⸗
che ſich uͤber die hoͤchſten Gipfel ſeiner uͤbrigen Berge
erheben. Die Haͤupter dieſer beiden beruhmten Berge ſind faſt immer in Wolken gehuͤllt und ibre Gipfel mit Schuee bedeckt. Unterhalb dieſer beiden Berge
*


