262
Mangels an Bewegung im Geſichte mehr das Anſehen von Wachsfiguren, als von lebenden, athmenden und liebenswuͤrdigen Frauenzimmern.
Waͤhrend des Abends zeigten einige junge Geor⸗ gier vom Stande eine Probe von ihrem National⸗ tanze, an welchem aber Theil zu nehmen keine Dame ſich bereden ließ. Der Tanz beſtand in behenden Spruͤngen, und vielen ſonderbaren und gar nicht ſchoͤ⸗ nen Verdrehungen der Gliedmaßen. Man drehete z. B. einen Fuß um den andern, ſchlug mit den Knien zu⸗ ſammen, ließ ſich auf die Ferſe nieder, und huͤpfte ſo herum. Nach mehrern ſolchen Bewegungen endete der Tanz mit Bewegungen auf den Zehen. Die Natio⸗ nal⸗Muſik ſetzte die Taͤnzer in die gehoͤrige Stim⸗ mung; aber in Hinſicht auf Ausbildung und Schoͤn⸗ heit ſtand ſie mit der Anmuth, welche ſie erwecken ſollte, auf gleicher Stufe. Doch ſchien ſie auf die muthigen Bewohner des Kaukaſus denſelben Ein⸗ druck zu machen, welchen die Sackpfeife auf die Hoch⸗ laͤnder in Schottland macht; denn Haͤnde und Fuͤße bewegten ſich und ſtimmten mit den Soͤnen der einge⸗ bornen Orpheuſe uͤberein.
Auch 6 Kirkaſſier, welche den General Yer⸗ moloff auf ſeiner neulichen Reiſe nach Perfien begleitet hatten, wohnten der Feßtlichkeit bei. Sie waren ſchlanke Leute, ſtark, und ſchoͤn geſtaltet, von heller Geſichtsfarbe mit ſchwarzen Augen und Haaren, kurzen Baͤrten nebſt einem Ausdrucke von offener gu⸗


