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tur, und bei dieſem Ueberfluſſe herrſcht ein koßtliches Klima. Bei allem dieſen iſt der Kahetier in Gefuͤhl⸗ Toſigkeit verſunken; er kuͤmmert ſich nicht, ob Regen oder Sonnenſchein den Boden erquickt; ob ſeine Nah⸗ rung in Brom- oder Weinbeeren beſteht; der Stall gewaͤhrt ihm ein eben ſo angenehmes Lager, als ein Blumenbett. Dieſer Zuſtand kommt von ihren fruͤ⸗ hern Verhaͤltniſſen zu den Perſern und Tuͤrken, und von ihren unthaͤtigen, parteiſuͤchtigen Tyrannen. Un⸗ ter dem Schutze Rußlands faͤngt die Nation allmaͤh⸗ lich an, ſich von ihrem elenden Standpunkte zu erhe⸗ ben— Rußland hat alles zur Wiederherſtellung oder Verſittlichung des Landes gethan. In den Kriegen der letzten 10— 42Jahre fochten ſie muthig unter Ruß⸗ lands Panner, und ihre Haͤuptlinge zeichneten ſich ſo aus, daß Mehrere zum Range von Generaͤlen empor⸗ ſtiegen.
24. Eines Abends hatte ich in einer Geſellſchaft bei dem General⸗Gouverneur Gelegenheit, nicht bloß eine große Anzahl des eingebornen Adels von beiden Geſchlechtern, ſondern auch angeſehene Perſonen aus andern kaukaſiſchen Gegenden zu ſehen. Der geor⸗ giſche Adel zeichnet ſich durch einen duſtern Anſtrich des Geſichtes aus, welches doch einen ſchoͤnen Umriß hat, und mit ſeiner maͤnnlichen Geſtalt und ſeinem Anzuge uͤbereinſtimmt. Letzterer beſteht hauptſaͤchlich aus einem Unterkleide von ſchoͤnem nelkenfarbigen Zeu⸗ ge, welches man als Hemde traͤgt, und durch die Deff⸗


