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folgt; bald trennt ſich dann der Huf von den uͤbrigen Theilen. Beobachtet man ein ſo krankes Thier waͤh⸗ rend des Gehens von hinten, ſo ſcheint es in Pantof⸗ feln zu wandeln; uͤberlaͤht man das Vieh waͤhrend dieſer Krankheit ſeiner beliebigen Ruhe, ſo kehrt ge⸗ woͤhnlich in 14 Lagen die Geſundheit wieder..
Die gefaͤhrlichſte Krankheit des Hornviehes iſt eine Art von Ausſatz, welcher ſich ſehr ſchnell verbreitet. Die Thiere haben ein aufgedunſenes, ſchwammiges und uͤbel ausſehendes Fleiſch, welches halb verweſet zu ſeyn ſcheint; eine rothlige und etwas zaͤhe Feuchtigkeit an demſelben verbreitet einen ſo widrigen Geruch, daß ſogar die Hunde ſich zuruͤck ziehen. Bei dem gering⸗ ſten Anſcheine dieſer Krankheit bleibt nichts uͤbrig, als das geſunde vom kranken Vieh zu trennen. Denn iſt das Uebel einmal ausgebrochen, ſo ſichert weder Staͤrke, noch Geſundheit. Man ſieht es daher als eine wahre Peſt an, und man ſchaätzt den Beſitzer gluͤcklich, wel⸗ cher nur die Haͤlfte ſeiner Heerde verliert.
III. Von Wurzeln kauen ſie nur wenige Arten ganz roh, gekocht niemals. Vorzuͤglich ſchaͤtzen ſie die Kamervo⸗Wurtel, welche die Geſtalt eines Rettigs und die Dicke einer Melone hat, ſehr ſuß ſchmeckt, kuͤhlend und Durſt loͤſchend iſt, daher in beißen Monaten dem lechzenden Reiſenden eine große Erauickung gewaͤhrt. Da ſie aber bei volliger Reife ibre Blätter verliert, ſo iſt ſie ſchwer zu ſinden, wenn man ihrelStelle nicht vorher bezeichnet hat.


