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151 In. den ſteinigten Bezirken dieſes Tbeils von Af⸗ rika waͤchst noch eine Art von Erdäpfeln, welche
von den Wilden Kaanab genannt werden, deren Geſtalt unregelmaͤßig iſt. Ein milchartiger, ungemein
ſuͤßer Saft macht dieſe Wurzel vorzuͤglich angenehm,
wenn man den markigen Theil kauet und den darin befindlichen Saft auszuſaugen ſucht; durch das Kochen wird dieſe zarte Subſtanz ganz unſchmackhaft. Einige andere Wurzeln haben den Geſchmack der in der Aſche gebratenen Kaſtanien. War ich gleichwohi in der Pflanzen⸗Kunde noch ſebr unwiſſend, ſo vernachlaͤß⸗ ſigte ich doch keine mir unbekannte, ſo oft ich mein Lager irgendwo aufſchlug. Die Sammlung der Pflan⸗ zen, welche ich in der Kap⸗Stadt dem franzoͤſiſchen Agenten Pergeron fuͤr den koͤniglichen Garten in Paris übergab, iſt mit dem nach Europa beſtimmten Schiffe zu Grunde gegangen; ſonſt wuͤrde ich mir auch in dieſem Zweige ein Denkmail geſtiftet haben. Deſto gluͤcklicher war ich in den Zeichnungen der Pflanzen. In Erkrankungs⸗Faͤllen binden die Hottentotten das kranke Glied; geſchickter ſind ſie in der Verbin⸗ dung aͤußerlicher Wunden, in der Heilung der Ver⸗ renkungen oder Beinbruͤche; Kruͤppel ſieht man ſelten. Jeder Kranke entfernt ſich von den Geſunden gleichſam aus Schaam über den Verluſt ſeiner Geſundheit. Stirbt einer, ſo wird er in ſeinem ſchlechteen Man⸗ tel ſo gewickelt, daß er faſt bedeckt iſt; in einiger Ent⸗ fernung von dem Wohnplatze in eine beſonders gefer⸗ 75, Pd. Afrika III. 2. 2


