Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1831)
Entstehung
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gepreßte Saft derſelben gibt den vorzuglichſten Stoff. Poch wirkſamer iſt das Gift aus einigen Schlangen⸗ Arten, deſſen ſie ſich beſonders bei feindlichen Angrif⸗ fen und im Kriege bedienen, und welches nur durch das Alter an ſeiner Wirkſamkeit verliert. Uebrigens vaben die Pfeile der Hottentotten gewoͤhnlich eine Laͤnge von 2 1/2 3 Fuß; die daran befindliche Sehne wird aus Gedaͤrmen bereitet.

Die Haſagaye iſt fuͤr den Hottentotten ein ſebr bedeutendes Gewehr, deſſen man ſich nur im Ge⸗ draͤnge bedienen kann, aber nicht auf eine weitere Entfernung, als 40 Schritte. Sie gleicht einer Lanze, und wird nach dem Feinde oder Wildpret geworfen; weßwegen das Holz des Schafftes vorzuͤglich leicht,

iebr ſchwach iſt, und nach binten almaͤhlig duͤnner wird.

Die Kuͤhe und Schafe werden nur von den Wei⸗ bern, und mit vieler Sanftmuth gemolken. Die Kuͤhe in Afrika hören ſogleich auf, Milch zu geben, ſobald

ſie ihre Kaͤlber durch den Tod, oder durch das Ent⸗

wohnen verlieren. Deßwegen ſucht man beides, ſo viel als möglich, zu entfernen. Stirbt das Kalb, ſo verwahren die Hottentotten die Haut deſſelben ſorg⸗ fältigt, und wiſſen den Inſtinkt der Kuh auf ein ans deres zu leiten; doch iſt dieſes Kunſtſtuͤck nicht laͤnger⸗ gls ein Monat wirkſam. Der Verluß eines Falbes iſt immer fur den Eigenthuͤmer ſehr nachtbeilig; denn

wenn daſſelbe am Leben bleibt, ſo vertrocknet die Kub