Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1831)
Entstehung
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dringt. Das ſchnellſte und ſicherſte Mittel iſt zwar, den verwundeten Theil abzunehmen; iſt dieſes aber nicht moͤglich, ſo ſtirbt das verwundete Thier, oder der Menſch zuverlaͤſſig.

Die Pfeile ſind ſehr kuͤnſtlich aus Rohr gefertigt, ſie ſind zwiſchen 18 24 Zollen lang, waͤhrend die Pfeile der Karaiben eine Laͤnge von 6 Fuß haben. Ein kleiner, abgerundeter, 3 4 Zoll langer Knochen, welcher etwas ſchwaͤcher, als der Durchmeſſer des Rohrs iſt, wird in ein Ende deſſelben geſteckt, jedoch ohne befeſtigt zu ſeyn. Iſt daher der Pfeil in irgend einen Koͤrper eingedrungen, ſo kann man zwar das Rohr zuruͤckziehen; allein der kleine an der Spitze be⸗ ſindliche Knochen folgt nicht mehr, ſondern bleibt in der Wunde, weil er durch einen kleinen an der Seite angebrachten eiſernen Wiederhacken feſt gehalten wird. Wollte man ihn gewaltſam zuruͤckziehen, ſo wuͤrde man natuͤrlicher Weiſe in dem inneren Theil bedeutende Zerreißungen verurſachen, und alle Kunſtmittel verei⸗ teln. Dieſer kleine Knochen iſt mit dem Gifte uͤber⸗ zogen, welches ſo feſt und hart wie eine Kuͤtt iſt; an der aͤußern Spitze derſelben bringen die Hottentot⸗ ten gewoͤhnlich noch ein dreiſeitiges Eiſen an, durch welches der Pfeil um ſo gefaͤhrlicher wird.

Faſt jede Voͤlkerſchaft hat zur Bereitung ihrer Gifte eine eigene Methode, welche ſich gewoͤhnlich nach den verſchiedenen Arten der milchartigen Pflan⸗ zen richtet, die iener zu Gebotbe ſtehen; der aus⸗