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145 genannten Farben. Doch iſt die Neigung der maͤnn⸗
lichen und weiblichen Hottentotten nur auf wenige
Feſttage des Jahres beſchraͤnkt. Ihre Trennung von Europa und ſelbſt von den hollaͤndiſchen Kolonien durch beträchtliche Sandwuͤſten, Berge, Felſen und Meere ſchuͤtzte ſie vor dem Verderbniſſe der Sitten.
II. Der Vielweiberei ſcheinen die Hottentotten nicht abgeneigt zu ſeyn; bingegen weiß man keinen Fall, daß ein Weib zugleich mit mehreren Maͤnnern lebte. Daß ein Streit aus Eiferſucht durch ein Wort zemals endigte, habe ich nicht gehoͤrt. Die Weiber ſind in ihrem Putze weit eitler, als die Maͤnner; ihre Naͤherei kommt aber mehr den Arbeiten unſerer Schu⸗ ſter gleich; ſie bedienen ſich eines eiſernen oder kno⸗ chernen Pfriemens, beſonders aus den Beinknochen des Strauſes.
Alle Hottentotten bedienen ſich ohne Unterſchied lederner Sohlen, welche ſie mit Riemen befeſtigen. Die Maͤnner gehen ſtets mit bloßem Kopfe, wenn es nicht regnet, oder ſehr kalt iſ; in dieſem Falle tra⸗ gen ſie eine lederne Muͤtze. Ihre Haare behaͤngen ſie gewoͤhnlich mit Glas⸗ Perlen, oder einigen Federn, oder einigen Stuͤcken ansgeſchnittenen Leders. Ihre Kleidung beſteht vorzuglich in einer Jacke und Kroos. Die Beine und Arme verzieren ſie, wie die Weiber, mit Baͤndern und Ringen aus Elfenbein, oder noch lieber aus dickem meſſingenen Drabte, welche durch be⸗


