Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1831)
Entstehung
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ich eines dieſer Thiere. Waͤhrend ich Nachmittags den geſchoſſenen Voͤgeln die Haut abzog, und ſie fuͤr meine Sammlung zubereitete, wurden ſie in große Verwunderung geſetzt. Mein Verſprechen, ſie des an⸗ dern Tags zu ihrer Horde zu begleiten, machte ihnen große Freude, und des Abends wurden ſie bei dem Genuſſe eines Lammes, und bei dem Spiele unſerer Maultrommeln ſehr munter.

So unermeßlich auch faſt die afrikaniſchen Wüſte⸗ neien ſind, ſo darf man doch ihre Bevoͤlkerung nicht nach den zahlreichen Schwaͤrmen der Schwarzen be⸗ urtheilen, welche man an der weſtlichen Kuͤſte von Afrika trifft, und wo der Anfuͤhrer ſeine Unterge⸗ benen, die Mutter ihr eigenes Kind verkauft. In den innern Cheilen iſt dieſer anſtoͤtzige und abſchem⸗ liche Handel noch unbekannt; die Wüſte iſt im ſtreng⸗ ſten Sinne öde und leer.

Der Bezirk der Gonaquas⸗Hottentotten, mag in einem Raume von 30 40 Stunden kaum 3000 Menſchen gefaßt haben. Ich naͤberte mich der Horde von Haabas in Begleitung von vier meiner Hottentotten. Pbſchon ich waͤhrend meines Aufent⸗ balts in Afrika ſtets nach der hoͤchſten holaͤndiſchen Reinlichkeit ſtrebte, und täglich dreimal Waͤſche und Kleider wechſelte, ſo hatte ich mich doch vorzuglich an dieſem Morgen geputzt. Haabas mit den uͤbri⸗ gen Maͤnnern der Horde empfing mich; die Weiber und Kinder umkreiſten mich erſt in ihrem vollen Patze