Teil eines Werkes 
5,3 (1832)
Entstehung
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ſammengeſchlagen, zu Ballen aufgerollt und in ein

Stück Matten eingewickelt, an der Stubendecke auf⸗

gehangen wurde. Den Reichthum eines Haͤuptlings ſchaͤtzte man manchmal nach dem Beſitzthum ſolcher Ballen. Seitdem die Inſeln mit dem europaͤiſchen Tuche bekannt ſind, verloren zwar dieſe inlaͤndiſchen Stoffe betraͤchtlich am Werthe, indeß bedient ſich ih⸗ rer das gemeine Volk noch immer, und die Haus⸗ mutter fuͤhrt ſtets noch rüſtig den Eiſenholzhammer, um Putz und Kleidung fuͤr ſich und ihre Kinder zu verſertigen.

Auch kleine Stuͤcke Such verfertigen ſie, unter denen die Tiputa das Werthvollſe war. Man be⸗ reitete es, indem man mehrere Lagen des gewoͤhnli⸗ chen Tuches auf einander ſchlug, nachdem man zuvor

die innern Seite mit geriebener Pfeilwurz beſtreut

hatte. Dieſe Tiputa entſpricht ganz dem Poncho der Suͤd⸗Amerikaner, nur iſt ſie etwas laͤnger, doch

wird ſie auf ganz gleiche Weiſe getragen. Ein Loch

wird mitten in ein ſolches viereckiges Stuͤck Tuch ge⸗ ſchnitten und der Kopf hindurch geſteckt, die beiden Seiten fallen daun uͤber Bruſt und Ruͤcken wie ein Meßgewand hinab und reichen bis an die Knie. Auſ⸗ ſer der Tiputa iſt ein gewoͤhnliches Kleidungsſtuͤck, die Ahuafara, die viereckig zugeſchnitten, wie ein Shawl oder laͤnglich einer Schaͤrpe ähnlich iſt. Zuweilen gleicht ſie aber mehr einer geſtoppten Bettdecke als ei⸗ em Shawl, jedesmal iſt ſie arer glaͤnzend gefarbt.