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umgab. Es ſchien ihnen, eben ſo leicht könne das Summen der Bienen an einem bluͤhenden Linden⸗ vaum, in Worte aufgelost werden, als das Gefluſer, das ſie von den Lippen ausgehen hoͤrten, auf die ſie ihre Augen gerichtet hielten und doch war an den be⸗ lebten Blicken, an den anmuthigen Bewegungen, die dieſen verworrenen Wohllaut begleiteten, abzunehmen⸗ daß jeder Ton ſeine Beuaung und ſeinen Sinn hatte. Ueberhaupt iſt die Sprache und beſonders der Geſang der Bewohner dieſer ſo weit gegen Dſten entlegenen Inſeln ſo weich und anmuthig fuͤr das Ohr, daß die beiden Britten ihre Eigenthuͤmlichkeit nicht anders bezeichnen konnten, als indem ſie ſolche das„Italie⸗ niſche der Barbaren“ nannten. ut tgleich dieſen Inſulanern fräher Schriftſprache vollig unbekannt, und deßhalb ein geordneter Unter⸗ richt unmoglich war, ſo beweiſt doch die Fuͤlle, Ab⸗ wechslung, Buͤndigkeit und Reinheit ihrer Sprache, ſammt einem ausgedebnten Zahlenſyſteme, daß ſie auch vordem nicht geringe geiſtige Faͤhigkeiten beſaßen. Ob⸗ gleich unbekannt mit dem Kompaß hatten ſie doch Na⸗ men fuͤr die 4 Weltgegenden. Den Nord nannten ſie Apatva, den Suͤd Apatverau, den Oü Te hi⸗ tia te ra(Aufgang der Sonne) und den Weſt Tooa te ra(das Fallen oder den Untergang der Sonne)⸗ Genealogie und chronologiſche Veberlieferungen findet man mit der gröhten Genauigkeit bei den Bewohnern von Hawai aufbewahrt; einige dieſer geſchichtlichen


