Teil eines Werkes 
5,3 (1832)
Entstehung
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zu dem ſie von einem taheitiſchen Haͤup linge einge⸗ laden waren, machten beide Reiſende folgende Bemer⸗ kung:In den Zeiten der Unwiſſenheit waren die oͤffentlichen Feſte haͤufig, allein nur Maͤnner durften dabei erſcheinen; niemals hatten die Weiber, weder oͤffentlich noch zu Hauſe, die Erlaubniß neben ihren Maͤnnern zu ſitzen oder an ihrer Seite zu ſpeiſen. Die Maͤnner waren die eigentlichen Tyrannen des weibli⸗ chen Geſchlechts. Uebermaß in Speiſe und Trank, Zank, Mord und Todſchlag waren die Wuͤrze ihrer Gelage. Gegenwaͤrtig hoͤrt man bei dieſen Gelegenheiten nichts mehr von Streit, Trunkenheit und frechen Reden; ſtatt deſſen erblickt man Maͤßigkeit, froͤhliche Unter⸗ baltung und allgemeine Harmonie.

IV. Unter den Polyneſiern, namentlich un⸗ ter den Taheitern und den Bewohnern der Sand⸗ wichinſeln, zeigt ſich eine große Vorliebe fuͤr wiſ⸗ ſenſchaftliche Beſchaͤftigungen. Mit Hülfe der Miſ⸗ ſonaͤre erlangten ſie eine Schriftſprache, in die ſchon mehrere Buͤcher uͤberſetzt ſind. Ihre Sprache, die nur mit geringen Abweichungen faſt auf allen Inſeln der Suͤdſee geſprochen wird, iſt ungemein ſanft und wohlklingend. Als beide Reiſende das erſte Mal die Eingebornen mit einander ſprechen hoͤrten, war es ibnen kaum moͤglich zu glauben, daß dieſes Toͤne einer Sprache ſeyenz die Worte waren ſo ſanft, ſo voll von Vokalen, ſo gerundet, daß ſie ihnen wie ein un⸗ verſtaͤndliches Gemurmel der Luft ſchienen, welche ſie