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voller Thaͤtigkeit ſahen. Jetzt zeigte ſich ihnen auf dem Abhange eines Berges die amphitheatraliſch ge⸗ haute Stadt mit ihren vielen Kirchen, Kloͤſtern und großen Cheils huͤbſchen Haͤuſern, es uͤberraſchte ſie der maſeſtaͤtiſche Pick, dieſer Rieſe unter den Ber⸗ gen, der im Hintergrunde ſein eisbedecktes Haupt 43,278 Fuß uͤber die Meeresflaͤche erhebt, als plotlich eine von der Feſtung aus abgefeuerte Kugel nicht weit vom Schiffe in's Waſſer fiel. Zugleich nahmen ſie große Thaͤtigkeit auf den Waͤllen war. Die Kanonen wurden geladen, und die Kanoniere ſtanden mit bren⸗ nenden Lunten bereit, nit ſpaniſchen Kugeln das Schiff zu begruͤßen. Da beſchloß Kotzebue, der Inſel und ihrem Pick Lebewohl zu ſagen, und die Fahrt nach Braſilien fortzuſetzen. Der Lauf des Schiffes ging gerade auf den Aeguator zu, den es amn 21. Oktober unter dem 25. Grad der Laͤnge Cvon Greenwich an gerechnet) durchſchnitt. Kotzebue vegrußte die ſudliche Halbkugel durch Abfeuerung des Geſchutzes. Ein friſcher Suͤdoſtpaſſat fuͤhrte das Schiff ſchnell an die Kuͤſte Braſiliens.
2) Am Morgen des 1. Novembers, der auf der ſüdlichen Hemiſphaͤre ein Fruͤhlingsmorgen war, et⸗ blickte Kotzebue das Cap Frio, und an demſelben Abend kounte er ſchon deutlich die, durch einen zu⸗ cerhutfoͤrmigen Berg iehr kenntliche Einfahrt der Bucht Rio⸗Janeiro unterſcheiden. Eine Wind⸗ ſtille binderte ibn aber, noch am nämlichen Abende


