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bedauerte er ſehr, daß Capitain Liſianskoy, ſeinen beſſimmten Befehlen zuwider, dennoch an St. He⸗ lena vorbeigeſegelt war. Gegenſeitige Sicherheit haͤtte freilich gefordert, daß beide Schiffe jetzt ſich nicht trennten. Die dieſer ruſſiſchen Expedition unter Kruſenſtern von der franzoͤſiſchen Regierung ge⸗ gebenen Paͤſſe ſchutzten ſie zwar, ſelbſt wenn ein Krieg ausgebrochen war, vor feindlicher Behandlung von Seiten wirklicher Kriegsſchiffe; von Capern ließ ſich indeß nicht immer erwarten, daß ſie aͤhnliche Ruͤchſich⸗ ten nehmen, ſelbſt wenn ſie den Befehl ihrer Regie⸗ rung haͤtten. Da Kruſenſtern einige Kanonen in Kamtſchatka zuruͤckgelaſſen hatte, ſo wollte er dieſe bier nun aus Vorſicht erſetzen. Der Gouverneur Patton ſtellte bereitwillig ſeine Magazine deßhalb zur Dispoſition, allein, obgleich er ſelbſt Alles mit durchſuchte, es fanden ſich keine Kanonen, die Kru⸗
ſenſtern brauchen konnte, und dieſer mußte ſich mit
ſeinen 12 Kanonen begnügen. Der viertaͤgige, ſonſt in jeder Ruͤckſicht ſehr ange⸗
nehme Aufenthalt der Ruſſen auf St. Helena
wurde durch einen eben ſo traurigen, als hoͤchſtuner⸗ warteten Zufall geſtoͤrt. Der Lieutenant der Na⸗ deshda, Goloratſcheff, ein feiner, artiger jun⸗ ger Mann von 26 Jahren, ein vortrefflicher Seeofſi⸗ zier, nahm ſich hier gewaltſamer Weiſe das Leben. Eine Stunde vor Vollführung dieſer That, hatte Kruſenſtern ihn auf dem Schiffe dem Anſcheine


