Teil eines Werkes 
5,1 (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

7

chen ſo hoch geprieſenen, Naturmenſchen auf den In⸗ ſeln des großen Deeans fuͤr abſcheulich gehalten wird. Bei Whampoa ſahen Kruſenſtern und die Sei⸗ nen haͤufig todte Kinder den Fluß herunter treiben.

Es gibt in China keinen erblichen Adel. Der Rang eines Mandarinen wird, ſo wie alle offentlichen Aemter, nach dem Gutduͤnken des Kaiſers, oder der Miniſter ertheilt. In Japan iſt dieſes gerade das Gegentheil, wo alle oͤffentlichen Aemter erblich ſind. Doch ſollen in China die Abkoͤmmlinge des Confu⸗ eius einen gewiſſen Rang haben; auch ſoll der Kai⸗ ſer als unumſchraͤnkter Monarch erbliche Wuͤrden er⸗ theilen koͤnnen.

Waͤhrend ſeines Aufenthaltes in Canton ſah Kruſenſtern eine Art merkwüͤrdigen Menſchen, wel⸗ cher ſich taͤglich ſehen ließ, um die Sugenden eines

Heiligen auszuuͤben.

Seiner Abkunft nach war er ein Hindoſtaner, aus der Stadt Delhi gebuͤrtig, und gehoͤrte zu der Klaſſe von Menſchen, welche bei den Indianern Fakirs genannt werden. Sie wandern im Lande herum, und ziehen durch ihre ſcheinbare Froͤmmigkeit und durch Verachtung alles Irdiſchen anfaͤnglich die Aufmerkſamkeit und Bewunderung, und zuletzt die Verehrung des Volkes auf ſich. Seit iehn Jahren war dieſer Fakir auf Reiſen in dem oͤſtlichen Theile von Aſien, in Pegu, Siam, Cochinchina, Tonkin. Aus Tonkin war er im September des