Teil eines Werkes 
5,1 (1832)
Entstehung
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die verſchiedenen Zuͤnfte ſogar ihre eigenen Straßen, Straßen, z. B. die nur von Schneidern, Schuſtern, u. ſ. w. bewohnt werden. Sie geben ihre eigenen Feſte, zu welchen gewoͤhnlich Komoͤdianten gemiethet werden, und es wird bekannt gemacht, daß an dem und dem Tage bei irgend einer Zunft Schauſpiel ſeyn wird, zu welchem Jedermann freien Zutritt hat.

Der Landmann behauptet nach dem Kronbeamten und Gelehrten den naͤchſten Rang. Der Kaufmann,

der Kuͤnſtler, der Handwerker ſtehen weit hinter ihm.

Es gibt aber keine Gutsbeſitzer mit eigenen und be⸗ ſonderen Privilegien. Die außerordentliche Volksmenge macht, daß eine allgemeine Hungersnoth im Reiche ſich ſehr haͤufig ereignet. Daß die Chineſen todte Katzen, Hunde, Ratten und ſtinkendes Fleiſch eſſen, davon hatte Kruſenſtern mehrere Male ſich zu uͤberzeugen Gelegenheit. Auf dem Fluſſe Tigris, wie auf den übrigen Fluͤſſen, Kanaͤlen und Landſeen haben eine Menge Menſchen ganz auf Booten ihre Wohnung aufgeſchlagen. Der Fiſchfang iſt freigegeben. In ganz China machen Reiß und Fiſche die hauptſaͤchlichſte Nahrung aus; in den noͤrdlichen Pro⸗ vinzen wird auch Waizen gebaut. Rindfleiſch und Schaf⸗ fleiſch wird ſehr wenig verzehrt, deſto mehr aber Schwei⸗ nefleiſch, und beſonders in den ſuͤdlichen Provinzen. Der ſeiner Moralitaͤt wegen ſo ſehr geruͤhmte Chineſe ſieht den Kindermord eben ſo wenig fuͤr ein Latter an, als der Kannibalismus bei den, von Man⸗