Teil eines Werkes 
5,1 (1832)
Entstehung
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I.

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des Gouverneurs Koſchaleff. Er eilte ſogleich zu ihm in die Stadt.

Durch den jetzt uͤberall ſchmelzenden Schnee wa⸗ ren die Stroͤme ſehr angeſchwollen, und ſo reißend, daß die Reiſe des Gouverneurs uͤber alle Erwartung verzoͤgert, und er ſchon die Hoffnung aufgegeben hat⸗ te, Kruſenſtern und die uͤbrigen Reiſenden noch anzutreffen. Seine Reiſe war außerordentlich be⸗ ſchwerlich, er mußte beinahe 700 Werſte machen, und oft mit augenſcheinlicher Gefahr war dieſe Reiſe ver⸗ bunden. Die groͤßere Haͤlfte des Weges, bis zur Stadt Werchnoy, nuß auf dem Kamtſchatka⸗ Fluße in einem elenden Boote gemacht werden. Wenigſtens 20 Tage faͤhrt man in dieſem Fahrzeuge ſromauf. Der Reiſende liegt waͤhrend dieſer Zeit ausgeſtreckt im Boote, welches von Kamtſchada⸗ len, die ſich bei jedem Oſtrog abloͤſen, Tag und Nacht hindurch nahe am Ufer mit langen Stangen fortgeſtoßen wird. Bei der veinlichen Lage, in der man eine ſo lange Zeit bindurch in dem Boote zu⸗ bringen muß, auf einer Fahrt durch ſo traurige, ms⸗ lancholiſche Gegenden, iſt man jeden Augenblick, be⸗ ſonders Nachts, der Gefahr zu ertrinken ausgeſetzt, indem das Boot ſehr leicht durch einen Windſtoß, bald durch Anſtoßen an Baumſtaͤmme, deren ſehr viel ſich im Fluſſe herumtreiben, umgeworfen werden kann. Das Ungluͤck wiederfuhr in der That dem Gouver⸗ neut Koſchaleff auf der Ruckreiſe nach ſeiner Re⸗