339
ſeinen Einzug in die Hauptſtadt Siout, welche ei⸗ nige Meilen landeinwaͤrts in einer reizenden Lage an einem Arme des Nils und am Fuße des Lybiſchen Felſengebirges liegt.
Hierauf kam er nach Girge oder Girgch, ei⸗ ner betraͤchtlichen, aber finſtern Stadt. Die Armen wohnen hier in elenden Huͤtten und die Reichern gleichſam in kleinen Veſtungen, deren Fenſter klein und mit Holz gegittert, die Mauern von ſchmutziger Farbe, und die engen Gaſſen nicht einmal gepflaſtert waren. Das jenſeitige Ufer des Nils iſt hoch und ſteil und am naͤchſten Abend genoß Carne in Ke⸗ neh herrliche Limonen und Melonen. Fuͤr einen eng⸗ liſchen Pennj kauft man hier 20 Eier, vier Huͤhner koſten 1 Sch. und Brod und Fruͤchte nur eine Klei⸗ nigkeit. In Keneh iſt der Haupthandel Ober⸗ Aegyptens, weil hierher viele Caravanen uͤber das rothe Meer Mocca-Kaffee, Shawls, Gewuͤrze aus Indien u. a. m. bringen, und aus Aegypten Getreide, Zucker, Honig, Del ausfuͤhren. Die Freu⸗ denmaͤdchen mancher Nationen und Farben trifft man in jeder Straße, mit goldenen Muͤnzen in ihren Haarlocken und Ringen in der Naſe, auch ſchweren Armbaͤndern an den Handgelenken, wenn ſie Abends zum Vergnuͤgen der Albaneſen oder Kaufleute tanzen. Ein paarmal zeigten ſich dieſe Sirenen am Ufer und ſangen, um Carne und ſeine Reiſegeſell⸗ ſchaft heranzulocken, ohne ſie jedoch zu verfuͤhren.


