Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1831)
Entstehung
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336 das warme Bad, und nachher legt man ſich auf eine lange, einige Fuß hohe Bank, wird nackend von ei⸗ nem tuͤrkiſchen Bader ohne Gnade geſchruppet, dann laͤßt er die Glieder ſo heftig in jedem Gelenke krachen, daß der Ton im ganzen Zimmer hoͤrbar iſt. Endlich kehrt man in ein aͤußeres Zimmer in leichter Klei⸗ dung zurück, ruht auf Kiſſen und Teppichen und fin⸗ det eine Pfeife, Caffee und Scherbett vor. Es bemaͤch⸗ tiget ſich der Sinnlichkeit ein ſanftes, wohlluſtiges Gefuͤhl, die Glieder und Gelenke ſind geſchmeidiger geworden, und der Menſch iſt lebensluſtiger, als vor⸗ her, geſtimmt.

Der einzige Ort, wo man ein gemeinſchaftliches Vergnuͤgen mit Unbekannten in Caivo aufſucht, ſind dort die gewoͤhnlich ſtark beſuchten Caffeehaͤuſer. Al⸗

les ſchweigt, ſobald ein Erzaͤhler arabiſcher Maͤhrchen auftritt; und wer romantiſch erzaͤhlen kann, iſt jeder Geſellſchaft willkommen. Oft haben ſolche Geſchich⸗ ten moraliſche Zwecke. Mancher hat kein anderes Ge⸗ werbe, als dieſes Talent. Die Damen des Drients laſſen dagegen Almeh⸗Maͤdchen kommen, um vor ihnen zu ſingen, zu tanzen und Muſik zu machen. Wahrſcheinlich war der Lanz der Herodias vor Herodes und ſeinem Hofe nichts anderes, als der Tanz eines wohlläſtigen Almah⸗Maädchens.

Mit dem bekannten Franzoſen, Caviglia, welcher nach Alterthuͤmern forſcht, Unterſuchungen und Ausgrabungen anſtellt, beſuchte Carne die Pyra⸗