262
wo ſſe ganze Tage mit Rauchen aus ihren langen Pfeifen ſich unterhalten. Dieſe nennen ſie Chibon rder Nargilé und ſie beſtehen aus einer Art von langem Schlauche aus Leder, der ſich in einem Gefaͤß voll kuͤhlen Waſſer endigt. Die Aegypter lieben auch im hohen Grade das Spiel und Taſchenſpieler⸗ Kuͤnſte; ſo auch den Geſang und den Tanz der pri⸗ vilegirten Schoͤnen— Alme's, Almeh's—. Die Reichen haben noch eine andere Art von Vergnuͤgung, welche in Europa in der Zeit des Mittelalters ſehr in Mode war, naͤmlich Poſſenreiſſer oder Narren von Profeſſion. Dieſe vrientaliſchen Hofnarren geben in Ruͤckſicht ihres Witzes ihren Bruͤdern im Mittelalter nichts nach. Sie ſagen oft ihren Herren nuͤtzliche Wahrheiten, und ſparen weder verſchmitzte Streiche noch ſelbſt Betrug, um ihren Zweck zu erreichen, der, wie man ſich denken kann, in nichts anderm beſteht⸗ als Geld aus dem Beutel zu locken.
Man rief mich eines Tages, um Kunſtſtuͤcke mit Schlangen und Scorpionen zu ſehen. Als ich hinzu kam, ſah ich einen Araber auf dem Boden ſitzen, welcher mit vieler Gewandtheit 2 große Schlangen in den Haͤnden bewegte, ſie bald in ſeinen Buſen, vald unter ſeinen Turban ſchluͤpfen ließ und einen Rüßenblick darauf dieſelben aus einer Schachtel zog⸗ Er hing ſie darauf an ſeinen Hals und nahm ihren Kopf in den Mund; dann ſchlang er ſie um ſeinen


