Teil eines Werkes 
3. Th., 3. Bdchn (1831)
Entstehung
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257 ten, was indeſſen jenen nicht abbielt, die Pferde im

üaͤrkſten Drabe laufen zu laſſen, machten mir unbe⸗

ſchreibliche Furcht, waͤhrend meine Begleiterinnen, denen dies Vergnuͤgen etwas ganz Neues war, in La⸗ chen ausbrachen und die Gefahr unſerer Lage gar nicht in ahnen ſchienen. Wir gelangten indeß ohne Unfall nach Schubra.

Dies iſt ein artiges Palais nach tuͤrkiſchem Ge⸗ ſchmack. Die Zimmer ſind ſehr hoch und uͤberladen mit Vergoldung und Spiegeln. Die Schnitzwerke von Poli an den Plafond's ſind ſehr ſchoͤn vergoldet und mit lebhaften Farben gemalt. Koſtbare Teppiche bedecken den Boden der Saͤle, und wenn auch das Ganze von wenig Geſchmack zeugt, ſo macht doch der Reichthum und das Buntſcheckige dieſer Zimmer einen angeneh⸗

men Eindruck. Die Drientalen haben gar keinen

Geſchmack an den ſchoͤnen Kuͤnſten; und vergeblich ſucht man in ihren Paläſten nach den Meiſterwerken der Maler⸗ und Bildhauerkunſt, wie ſie die unſrigen ſchmuͤcken. Sie wenden ungeheure Summen auf Ver⸗ goldungen und Spiegelwaͤnde, geben aber keinen Pia⸗ ſter fuͤr eine Madonna von Raphael oder eine Hebe von Canova. Die muhamedaniſche Religion verbietet den Geſchmack an den ſchoͤnen Kuͤnſten; ja ſie ſieht es ſogar als ein Verbrechen an,

in der Bildhauerkunſt und Malerei die menſchliche Fi⸗

gur nachzubilden. Es kann uns daher nicht wundern, daß Griechenland, dieſe Wiege der Kuͤnfe, ſeit