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nehmlich der Kamele; indeſſen ſind auch die Pferde der Beduinen ſehr geeignet, um die unermeßlichen Wuͤſten zu durchreiſen; die Maͤßigkeit dieſer Thiere iſt faſt der der Kamele gleich. Wagen igehoͤren in Aegypten zu den wahren Raritaͤten; ſie waͤren auch bei den ungebahnten Wegen gar nicht zu gebrauchen. Der einzige, welcher ſich in Cairo befindet, gehoͤrt dem Paſcha, der ihn der Seltenheit wegen aus Mar⸗ ſeille kommen ließ. Er kann ihn nur auf dem Wege zwiſchen Cairo und dem Luſtſchloſſe von Schubpra (Carrne ſchreibt Shudra) gebrauchen, nach wel⸗ chem er eine ſchoͤne Straße angelegt hat. Auf dieſem Wege macht er bisweilen ſeinen Frauen das Vergn⸗ gen einer Spazierfahrt zu Wagen. Da dies nun nicht ſehr oft geſchieht, ſo zieht dies Schauſpiel immer eine Menge neugieriger Zuſchauer herbei.— Hr. Nozetti, welcher mir damit ein Vergnuͤgen zu machen glaubte,
bat den Paſcha um dieſen Wagen, und ſo fuhr ich
nun, begleitet von Frau Nozetti und deren Mutter Cbeide in der Levante geboren), in einem artigen Berliner⸗-Wagen, mit 6 Pferde beſpannt und gelenkt von einem narriſchen arabiſchen Kutſcher, auf dem Wege mnach Schubra hin. Durch die Thore der Stadt durch zu kommen, war indeſſen keine leichte Aufgabe. Die engen Straßen, die Menſchenmaſſe, welche dieſes Schauſpiel berbeigezogen hatte, das Ge⸗ ſchrei des Poͤbels, die Fluͤche unſeres Kutſchers, die Leichtiskeit, mit der wir Perſonen lͤberfahren konn⸗


