Teil eines Werkes 
3. Th., 2. Bdchn (1829)
Entstehung
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Au jedem ſolchen Feſitage ziehen die Griechen ihre beſten Kleider an⸗ Ihr Betragen iſt ſehr zuͤgellos; denn ſie uͤberlaſſen ſich haͤufig allen Arten von Aus⸗ ſchweifungen. So lange ihre Faſtenzeit dauert⸗ leben ſie bloß vom Del und Fiſchen, und beobachten ein ſehr ſtrenges Faſten.

Den 24. wollten wir einen Spatziergang um die Mauern Konſtantinopels machen, an welchem Vorhaben jedoch die Raͤubereien der Galangis(See⸗ leute) uns hinderten. Den 29. fuhren wir nach Aſien über, und landeten bei den Ruinen eines ehemaligen kaiſerlichen Palaſtes. Im Innern des Landes ſahen wir die Vegetation weiter vorgeruͤckt, als auf der eu⸗ ropäiſchen Seite. Die Felder waren mit Blumen und wohlriechenden Geſtraͤuchen, welche in der Bluͤte ſtanden, geſchmuͤckt; der Weitzen ſtand ſchon in Aeh⸗ ren, und das Gras auf den Wieſen war faſt um Maͤ⸗ ben reif.

Wir gingen uͤber die Ebene des alten Chalee⸗ don, auf deſſen Stelle das tuͤrkiſche Dorf Kady Kui ſteht. Auser der ſchoͤnen Ausſicht in das Innere des Landes, hatten wir noch eine deutlichere von dem Meerbuſen von Nicomedia und von den Dä⸗ moneſi(Prinzen⸗Inſeln). Hier erblickte ich zum erſten Mal ein tuͤrkiſches Frauenzimmer auf freiem Felde im Gebete begriffen. Dieſer Fall iſt zwar haͤu⸗ ſig bei Maͤnnern, aber ſelten bei Frauen. Die große Hitze nothigte uns eilig zum Ruͤckwege.