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werden ſehr warm gehalten, und mit dicken Zeugen und Kappen bedeckt.
Die Froͤſche und Gras⸗Hoͤpfer in der Tuͤrkei ſind ſehr groß, und machen ein außerordentliches Getoͤſe.
Unſere Abend⸗Spatziergaͤnge am ufer von Bu⸗ jukdere waren ͤußerſt angenehm und vergnuͤgt. Dieſe Stelle hat eine große Aehnlichkett mit dem Strande bei Weymouth. Der groͤßte Theil der Einwohner verſammelt ſich hier Abends, und geht entweder ſpatzieren, oder vergnugt ſich mit Fahren in Boots. Es leben hier Perſonen beinahe von allen Na⸗ tionen; der Anzug der Einwohner iſt eben ſo mannig⸗ faltig, als die Sprache. Die tuͤrkiſchen Frauemzimmer ſehen ſehr ſchoͤn aus; ſie haben ihr Geſicht, bloß die Augen und einen Cheil der Naſe ausgenommen, mit einem Stuͤcke welßen Mußlins verſchleiert, in ein an⸗ deres Stuͤck haben ſie den Kopf gehuͤllt. Dieſer Theil des Anzuges heißt Mahram ah. Sie ſind ziemlich klein und ſtark, haben gewoͤhnlich ein langes grünes Kleid, welches hinten ſehr weit hinab geht, mit ei⸗ nem viereckigen Kragen; dieſes Dberkleid heißt Fe⸗ redſche. Sie tragen gelbe Stiefel, uͤber welche ſie Pantoffeln anziehen. Die Nägel an den Fingern faͤr⸗ ben ſie mit getrockneten Blattern der Henne(aw sonia inermis). Die tuͤrkiſchen Frauenzimmer gehen allemal allein aus, bei ſchoͤnem Wetter machen ſie Spatziergaͤnge außerhalb der Staͤdte, laſſen ſich auf Anhohen oder auf den Grabſteſen der Todtenser
1tes B. Aegppten. III. 2.—


